Technik Teil 4: Was ich bisher noch nicht erwähnte

Auf ein paar Dinge bin ich bislang noch nicht eingegangen. Es sind eigentlich alles nur Kleinigkeiten, aber irgendwie doch auch irgendwie sinnvoll.

BMW-Reifendrucküberwachung ist sinnlos

Als ersten erwähne ich mal, dass ich die Luftdruckanzeige, welche serienmäßig von BMW verbaut war für einen schlechten Witz halte. Erstens kann man dort keinen eigenen Sollwert einstellen und zweitens wird eine dynamische Luftdruckänderung durch Erwärmen des Reifens komplett weg ignoriert. Auch hier wieder: Nett gedacht von BMW, in der tatsächlichen Umsetzung aber eigentlich unbrauchbar. Also sind an den Carbon Rädern (die waren Teil des M-Paketes bei den 2019er Modellen) auch die Reifendrucksensoren rausgeflogen und das System im Dashboard abgeschaltet. Jetzt muss ich bei der Reifenmontage auch nicht mehr ganz so aufpassen, um die Sensoren nicht zu beschädigen.

Lenkereinschlag verringern

Dadurch, dass ich den großen H²O-Evo Kühler verbaut habe, musste ich auch den Lenkereinschlag verkleinern, da sonst die Holme am Kühler anschlagen würden. Da gibt es ja verschiedenste Fertigprodukte, welche man da nehmen kann. Meistens irgendwelche Gummipuffer, die man an den Gabelholmen anbringen kann. Ich habe das sehr simpel gelöst. Unten am Steuerkopf befinden sich ja die Serienanschläge. Da ist eine kleine plane Fläche am Rahmen. Dort habe ich dann ein 5er Gewindeloch reingebohrt und eine Schraube reingedreht, welche dann der neue kleinere Anschlag ist. Durch diese Lösung kann man den Anschlag über das Gewinde mm-genau einstellen.

Hier zu sehen: Die kleine Schraube als neuer Lenkeranschlag (hier noch mit dem Serienlenkungsdämpfer)


OBD2-Stecker und Batterieanschluss nach außen legen

Auch das ist kein Hexenwerk. Folgendes Problem: Man muss mal an den OBD2-Stecker ran, um mit einem Tool (ich habe das GS-911) die Fehlercodes auszulesen oder auch den Service zurückzustellen. Dann ist es bei einer Rennverkleidung immer recht nervig, das ganze Heck abzubauen, um da ran zu kommen. Also habe ich den Stecker samt originaler Halterung aus dem Heck außen am Batteriekasten angebracht und hinter der Auspuffhalterung versteckt.

Genau so habe ich auf der anderen Seite des Batteriekastens einen Ladeanschluss für die Batterie nach außen gelegt. Hierzu habe ich einfach ein Verlängerungskabel für CTEK-Ladegeräte zerschnitten und mit einer 20A-Inlinesicherung direkt an der Batterie angeschlossen. Auch dieser Stecker ist dann von außen ohne Demontage des Hecks erreichbar.


Sicherungsdraht für Öleinfüllschraube

Im Teil 1 erwähnte ich ja, dass die GB-Racing Motorschutzdeckel ja kein Muss sind, aber dennoch recht sinnvoll sein können. Ein weiterer kleiner Vorteil ist, dass sich dort an dem Deckel der rechten Seite ein kleines Loch befindet, an dem man nun auch den Sicherungsdraht für die Öleinfüllverschraubung anbringen kann. Man muss nur noch mit einem kleinen 2-3mm Bohrer ein Loch in die Plastikschraube bohren, um dort den Sicherungssplint, welcher am Sicherungsdraht hängt, anzubringen. Bei manchen Veranstaltern ist u.a. das Sichern dieser Schraube vorgeschrieben.


Stunde der Wahrheit – Prüfstandslauf

Am Motor selbst habe ich keine Hand angelegt, dieser ist absolut Serie. Mein Gefühl sagte mir, dass die Leistung der RR serienmäßig völlig ausreichend ist. Auch im Vergleich zu meiner alten K46 habe ich mit der Neuen überall neue Topspeed-Werte am Ende der Geraden. D.h., Power hat sie auf jeden Fall. Gefühlt regelt ja die Elektronik sowieso die ganze Zeit die Power nur weg. (Stichwort Wheelie-Control)

Aber, natürlich wollte ich es auch mal wissen und schwarz auf weiß haben, was das gute Stück denn da jetzt so abdrückt. Also bin ich zu einer nahegelegenen Fachwerkstatt gefahren, welche auch einen Leistungsprüfstand hat.

Allein die Geräuschkulisse ist einfach nur Gänsehaut. Aber jetzt mal zu den Fakten:

Und das hätte ich tatsächlich so nicht erwartet. Angegeben ist die K67 mit 207 PS. Und damit ist Motorleistung gemeint, also an der Kurbelwelle. Da drückt meine RR 220 PS! Das ist für einen absoluten Serienmotor schon richtig viel. Natürlich wird das vom Rollenprüfstand errechnet, aber in etwa stimmt es dann trotzdem. Gut, die Akrapovic-Anlage bringt vielleicht das ein oder andere Pferdchen, aber eigentlich mehr im mittleren Drehzahlbereich. Obenrum kann auch der Serienauspuff was, und ist einer offenen Anlage kaum unterlegen.

Also täuschte mich mein Gefühl auf der Strecke nicht, und das Ding hat wirklich richtig Qualm.