Technik Teil 2: Optik gehört auch dazu

Im ersten Teil bin ich ja schon auf die Basics eingegangen, zum Teil war auf den Bildern auch schon etwas mehr zu sehen, als ich beschrieben habe. Natürlich habe ich noch mehr „Kleinigkeiten“ umgebaut. Zum einen gehört eine starre Racing Fußrastenanlage dazu, welche ich eigentlich immer aus dem Hause PP-Tuning nehme. Vorteil ist hier, dass man die Rastenposition anpassen und verändern kann. PP-Tuning gibt sogar Lifetime-Garantie auf die Trägerplatten. Bricht da mal eine, gibt es Neue auf Kulanz.

Ein 520er-Kettenkit versteht sich bei einem Racebike auch von selbst. Auch das spart Gewicht und klaut weniger Leistung auf dem Weg von der Kupplung zum Hinterrad.

Auch die originale obere Gabelbrücke musste mangels Einstellmöglichkeit der Lenkerstummel einem Pendant von Bonamici Racing weichen. Hier habe ich auch gleich eine Gabelbrücke ohne Zündschlüsselloch genommen, da das Zündschloss mit einem Set von Alpharacing unter den Tank wanderte. Zündung an geht jetzt mit einem Kippschalter neben dem Dashboard.

Jetzt bin ich ja auch Teil des MITHOS-Racing-Teams und von daher stand die Grundidee für ein Design schon fest. Unsere Teamfarbe ist das Petronas-Türkis und so sollte dann auch meine RR werden. Plotter & Co. habe ich selbst daheim und ich machte mich dran, das Kleid der jetzt schon hübschen Bayerin ins Team-Design zu bringen.

Mit dem Folieren ist es gar nicht so schwer. Wenn man das alles ein paar mal gemacht hat, kriegt man das dann auch ganz gut hin. Ich erstelle mir dazu die einzelnen Patches im CorelDraw und plotte diese einzelnen Flächen dann aus. Natürlich kann man da messen wie man will, beim ersten Versuch stimmt die Form in der Regel noch nicht und man muss das dann immer wieder soweit ändern, bis die Folie an der entsprechenden Stelle passt. Manche arbeiten dafür mit Schneideband (WrapCut) und kleben alles trocken – ich mache es eben mit Schneidvorlagen aus dem Rechner und klebe alles nass. Vorteil bei meiner Variante ist, sollte ich mal was neu machen müssen, drück ich auf’s Knöpfchen und es ist wieder fertig. Nachteil ist natürlich der anfängliche Aufwand mit dem Anpassen.

Stück für Stück ist dann das finale Design entstanden. Arbeitsaufwand waren etwa 3 Abende zwischen Arbeitszimmer (Standort Plotter und Rechner) und der Garage. Wobei das reine Kleben auch an einem Tag zu schaffen ist. Die meiste Zeit geht tatsächlich am Computer drauf und auch beim Entgittern der einzelnen Schriftzüge.

Jetzt sieht das Bike schon richtig nach einem Racebike aus. Mir gefällt’s.

Technische Upgrades

Bei meinen ersten Veranstaltungen bei hochsommerlichen Temperaturen Mitte 2020 zeigten sich aber dann doch auf der technischen Seite ein paar Schwachstellen der BMW.

Zum einen war es die Wassertemperatur, welche sich schnell in Richtung 100 Grad bewegte und zum anderen war es die Bremse, welche nach zwei drei Runden weich wurde. Also musste ich auch hier nochmal ran.

Wassertemperatur kriegt man mit einem größeren Kühler oder einem Zusatzkühler in den Griff. Ich entschied mich für ersteres und nahm gleich den richtig großen Kühler Evo von H²O Performance.

Nun habe ich mit zu hohen Temperaturen definitiv kein Problem mehr. Im Gegenteil. Meistens muss ich den Kühler sogar abkleben, so dass die Wassertemperatur nicht unter 75 Grad geht.

Zweites Problem war das mit der Bremse. Erstmalig aufgefallen war mir das Ganze im Sommer in Brno. Ich war dort zur Gunti-Racing-Week by Speer-Racing. Die Serienbremspumpe ist ja nun die gleiche, wie sie auch schon an der K46 serienmäßig verbaut war. Ich hatte damit noch nie Probleme in Form von weicher werdender Bremse. Jetzt war es aber so, dass ich den Hebel nach ein paar Runden bis an den Griff ziehen konnte. Liegt das vielleicht am noch verbauten ABS? Das war so ein Gedanke, während ich zurück in die Box rollte.

Glücklicherweise war aber auch ein Promo-Team von Magura mit vor Ort. Wie passend.

Die bauten mir eine Magura HC3-Bremspumpe zum Testen an. Was soll ich sagen? Die wurde da nie wieder abgebaut. Die habe ich einfach genommen. Ab sofort hatte ich nicht mehr mit einer weich werdenden Bremse zu kämpfen. Perfekte Bremspumpe. Nicht ganz billig, dafür aber richtig gut.

Magura HC3 Bremspumpe (Black Edition)

Jetzt sind auch schon ein paar echte Race-Parts an die RR gekommen, aber auch das ist noch nicht das Ende der Geschichte. Im Teil 3 gehe ich mal noch weiter auf das Thema Bremse ein und widme mich der in meinen Augen größten Baustelle der K67 – dem Fahrwerk.