Saison 2015: Station 2 am Slovakiaring

Mitte Mai ging es zum Slovakiaring. 3 Tage auf dieser Highspeed-Strecke standen an. Meine Erinnerungen an das letzte Jahr waren nicht so prickelnd, da mir damals der Motor meiner RR kaputt ging. Nach unglaublichen 10 Stunden Anreise (720km) mit viel Stau durch Tschechien kamen wir am Donnerstag abend gegen 21.00 Uhr am Slovakiaring, südlich von Bratislava gelegen an und machten uns sogleich an die Arbeit… luden aus, richteten uns ein und begrüßten natürlich alle anderen Mitstreiter.

Da es sich auch hier um ein 3-Tages-Event handelt ist der Ablaufplan für das Wochenende wie zuvor in Most. Am ersten Tag ist Freies Training, Qualifikation und das erste der beiden Sprintrennen, der zweite Tag ist einem Langstreckenrennen gewidmet und am dritten Tag gibt es gegen Mittag das zweite Sprintrennen.

Freitag

Los geht’s! Ich kam von Anfang an gut klar und konnte mich während der Trainings und Quali’s gut behaupten. Zunächst begrüßte uns der Tag mit nasser Fahrbahn – das hieß also Regenreifen drauf. Nach und nach trocknete es aber ab und nach dem Mittag gingen restlos alle Fahrer auf die Strecke, um eine ordentliche Quali-Zeit in den Asphalt zu brennen. Am Ende stand ich auf P2 im Starterfeld. Vor mir ein BMW-Kollege aus der Bridgestone-Wertung (der mich quasi nichts angeht, da ich in der offenen Wertung starte). Schon vor der Anreise malte ich mir hier in der Slovakai gute Chance gegen meinen Rivalen Güdy aus, da dieser die Strecke zuvor noch nie besuchte und ich somit einen Trainingsvorteil hatte.

Den Rennstart habe ich mal so richtig vermasselt und fand mich nach der ersten Kurve als 5. wieder. Gleich in der ersten Runde konnte ich aber eine Position wieder gut machen und sah meine Kontrahenten vor mir. Denny, Güdy und Basti. Basti konnte ich auch innerhalb der zweiten oder dritten Runde überholen und schloss die Lücke zu Denny und Güdy. Denny lag in Führung und Güdy tat sich schwer an ihm vorbei zu kommen. Irgendwann schaffte er es und ging in Führung. Jetzt musste ich an Denny vorbei, was allerdings nicht so einfach ist, wenn alle nahezu gleich Zeiten fahren. Irgendwann passte es und ich ging dank BMW-Power auf der Geraden an Denny vorbei und machte mich auf, um den Güdy wieder einzufangen. Das gelang mir auch erstaunlich schnell. Doch ran fahren und überholen sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Ich bin glaub auch drei Runden hinter Güdy hinterhergefahren, bis sich ebenfalls wieder auf der langen Start/Ziel-Geraden die Überholmöglichkeit bot und ich diese auch sofort nutzte. Jetzt hatte ich frei Sicht nach vorn und konnte mich auch von Güdy absetzen. Am Ende gelang mir so der erste Sieg in der Saison 2015!

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Samstag

Samstag stand wieder das Langstreckenrennen mit meinem Teamkollegen Krato an. Die Qualifikation am Morgen fuhr ich und dieses mal reichte es allerdings nur für P4. Wobei das auch nicht ganz so tragisch ist, man hat ja schließlich 2 Stunden Zeit im Rennen. Hauptsache ist, nicht ganz hinten zu stehen. Die Veranstaltung an sich war von vielen schnellen Österreichern geprägt, da es diesmal eine Gemeinschaftsveranstaltung mir einem österreichischem Veranstalter war.

Den Start fuhr Jan. Anders als sonst wurde hier aber fliegend gestartet. Das Unfallrisiko zu Beginn eines Rennens wird damit auf ein Minimum reduziert. Jan hielt sich während seines Turns auch wacker auf seiner Position. Ausgemacht war, dass er wenigstens 40 Minuten schaffen soll, damit es von der Strategie her mit zwei Tankstops reicht. Nach nur 28 Minuten aber zeigte er den Wechsel aber schon an. Gut. 2 Runden macht er dann ja noch… heißt aber, dass sein Sprit nur 33 Minuten insgesamt gehalten hat. Hmm, der Slovakiaring ist halt ne Vollgasstrecke. Nach unserem Wechsel kam ich auf P2 liegend das erste Mal über Start/Ziel und sah auch zu, eine ordentliche Pace hinzulegen, um noch an das führende Team heranzukommen. Nach etwa 5 Runden merkte ich jedoch schon, dass irgendwas komisch ist. Es fühlte sich an, als ob sich mein rechter Handschuh irgendwie auflöst. Er knüllte sich immer irgendwie in meiner Hand zusammen, wenn ich Gas geben wollte. Ziemlich unangenehm dachte ich mir noch, legte aber erst mal keinen weiteren Wert darauf.

Aber irgendwie wurde das Problem immer schlimmer bis dann zu Beginn von Runde 7 beim Anbremsen der ersten Kurve nach Start/Ziel der Gasgriff auf Vollgasposition hängen blieb. Alter Falter… Voll bremsend und gleichzeitig mit der Handfläche den Gasgriff zurückdrehend bog ich dennoch ein und es ging zum Glück auch gut… Was war das denn jetzt??? Beim wieder Beschleunigen merkte ich nun, dass nicht mein Handschuh das Problem ist, sondern der Gasgriff. Er ließ sich nur extrem schwer drehen. So war ein weiteres Rennen fahren nicht möglich. Am Ende der Runde zeigte ich mit Händen und Füßen an, dass ich ohne Bestätigungsrunde sofort in die Box kommen muss und schlich jetzt quasi noch eine weitere Runde um den Kurs bis in die Boxeneinfahrt. Nach dem Wechsel machte ich mich auf Fehleranalyse. Einer der beiden Gaszüge war gebrochen und hing fest. Was für ein Mist. Ersatz habe ich mit, aber das Ganze innerhalb von einer guten halben Stunde zu schaffen wird schwierig. Um die Gaszüge zu wechseln, muss die Verkleidung ab, Tank runter, Steuergerät, Airbox, Einspritzleiste – alles muss ab. Los geht’s… Trotzdem ich mich richtig beeilt habe, habe ich den Wechsel des Gasbowdenzuges nicht in der halben Stunde geschafft…Krato musste aufgrund von Spritmangel aber rein kommen… Also wurde er wieder voll getankt und musste das Rennen alleine zu Ende fahren. Durch den Tankstop von ihm verloren wir aber wertvolle Zeit und landeten am Ende auf P7 mit über einer Runde Rückstand zum führenden Team.

Wenn man mit zwei Motorrädern fährt, braucht man nur den Transponder zu wechseln, Wenn es nur ein Motorrad ist, dann dauert es eben etwas länger an der Box zum volltanken und evtl. noch Räder wechseln.

Trotzdem war Aufgeben nie eine Option 😉

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Sonntag

Heute stand das Sprintrennen Nr.4 der Saison 2015 an. Ermutigt und gestärkt vom Freitags-Triumph ging nach einem guten Qualifying von der Pole-Position aus ins Rennen. Leider habe ich auch dieses mal den Start – aber so richtig – verkackt…

Genau wie am Freitag verlor ich dadurch wertvolle Positionen und war nur noch 6. nach der ersten Kurve. Und Güdy und Basti sah ich vorn davon fahren… Worst Case dachte ich mir und kniff die Arschbacken zusammen um den beiden da vorn zu folgen. Das gelang mir auch. zumindest konnte ich Basti ein- und überholen. Nur Güdy hatte inzwischen auch keinen Trainingsnachteil mehr und war für mich unerreichbar weit weg. Somit beschloss ich mein Rennen nach hinten auszurichten und passte auf, keinen Fehler zu machen. Basti klemmte mir schließlich am Hinterrad. Platz 2 konnte ich dann aber bis ins Ziel behaupten.

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In der Jahrestabelle hat sich praktisch nicht viel geändert. Güdy 1, ich 2, Basti 3 und Krato 4.

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