Jahresrückblick 2016 – Teil 3

Nach dem letzten Oschersleben-Event im Juni war jetzt erst mal Sommerpause mit Familienurlaub angesagt.

Back on Track hieß es dann wieder Ende Juli, ebenfalls in Oschersleben, und hier gleich mit einer Besonderheit. Ein befreundetes Pärchen nutze die Tage vor dem Event, um in dem dortigen Hotel ihre Hochzeit zu feiern. Besser gesagt auf der Dachterrasse des Hotels mit Blick auf die Strecke. Viele bekannte Gesichter aus dem nationalen Motorradsport hat man dort getroffen. Für meinen Geschmack war das eine super Einstimmung auf die darauffolgende Cupveranstaltung.

Ich konnte an meine guten Zeiten von vor 6 Wochen hier anknüpfen und fuhr von Beginn an unter den Top-5 mit. Am Ende des Qualifying stand ich dann auf P4 und ging auch von dort aus ins Rennen. Die Zeitenunterschiede waren wieder sehr knapp. Die ersten 9 Teilnehmer standen innerhalb einer Sekunde bei 30er und 31er Zeiten. Für das Rennen hieß das wieder, keine Fehler zu machen. Die darf man sich bei solchen engen Resultaten eigentlich niemals erlauben, wenn ganz vorn mitspielen will. Ich Oschersleben ist die Besonderheit, dass es der kürzeste Kurs im Kalender für uns ist. Dadurch kommt es hier auch zu den meisten Überrundungen gegen Ende des Rennens. Das ist dann im Prinzip auch gleichzeitig die Schwierigkeit in Oschersleben. Gut an den Überrundeten vorbei zu kommen und nicht viel Zeit dabei zu verlieren. Aber genau das gelang mir dieses mal nicht ganz so gut. Am Ende verlor ich in den letzten beiden Runden 3 Positionen, nur weil ich beim Überrunden zu zögerlich war. Mit P6 am Ende war es für mich aber noch versöhnlich.

Die nächste Veranstaltung fand dann wieder auf der Traditionsstrecke in Brno statt. Nachdem ich im Mai nicht ganz so gut dort zurecht kam, war ich mal ganz gespannt, wie es denn dieses mal so laufen würde. Im Training und Quali kam ich aber gut zurecht und positionierte mich wieder so in der zweiten Startreihe als 7. Zumindest war ich schneller, als im Mai noch.

Beim dem Start des ersten Rennens am Freitag kam ich gut von meiner Startposition weg und sortierte mich als 3. oder 4. an der ersten Kurve ein. Plötzlich schoss aber innen jemand an mich heran und ich musste auf machen, um einen Crash zu verhindern. Ich musste deshalb weiter nach außen…dort war allerdings auch noch jemand, der mich traf. Der äußere Fahrer stürzte und ich musste geradeaus durch das Kiesbett. Glücklicher Weise stürzte ich nicht und konnte weiter fahren. Ich sortierte mich um Platz 30 oder so wieder ein. Mit dem Podest hatte ich fortan nichts mehr zu tun, jetzt galt es eben so viel wie möglich wieder gut zu machen. Am Ende wurde ich P12, fuhr aber zum Trost wieder sehr gute Rundenzeiten. Beim zweiten Rennen am Sonntag lief es dann besser. Die erste Kurve klappte dieses mal besser ohne Zwischenfälle und ich konnte mich auf P2 hinter Basti #20 einreihen. Und nun hatte ich wieder das gute Gefühl vom letzten Jahr… es lief einfach wieder und ich konnte an Basti dran bleiben, der wiederum sensationell schnell war. Nach etwa 5 Runden überholte mich Krato und ich konnte diesem aber folgen. Weitere 2 Runden später flogen wir im Duett an dem am Rand parkenden Basti vorbei. Sein Honda-Motor wollte nicht mehr, dadurch fiel er aus. Dann wieder P2 konnte ich aber bis ins Ziel halten. Endlich wieder mal Podest-Luft schnuppern.

In unserem Cup gab es dann nur noch eine Veranstaltung in Most Ende September. Bis dahin war noch ganz lange Zeit. So beschloss ich zwischendurch auch noch mal wo anders zu fahren, um nicht einzurosten. Ich meldete mich mit unserem Veranstalter Futz gemeinsam zu einem Langstreckenrennen am Lausitzring an. Die Geschichte ist recht schnell erzählt… Quali auf P2… Nach dem Start in Führung gegangen und nicht mehr hergegeben. Das Rennen wurde aufgrund von vielen heftigen Unfällen vorzeitig abgebrochen. Da das Medical-Center keine freien Kapazitäten mehr hatte, wurde das Rennen auch nicht nochmal neu gestartet und so wurden wir zum Sieger erklärt.

Zwei Wochen später, einen Tag nach dem World Superbike Meeting am Lausitzring hatte ich nochmal die Gelegenheit mit Markus Reiterberger, unserer deutschen WSBK-Hoffnung, ein Coaching eben am Lausitzring zu haben. Und das brachte mir gefühlt echt ’ne Menge. Er erklärte mir, was ich etwas anders machen soll und ich setzte es um…und es klappte. Die Zeiten purzelten und ich fuhr so schnell wie noch nie zuvor am Lausitzring. Völlig glücklich freute ich mich nun auf die letzte Cupveranstaltung in Most.

Und diesmal ´gab es sogar vor dem 3-Tages-Event noch einen optionalen zusätzlichen Trainingstag, welchen die meisten Cupfahrer auch nutzten. Ich natürlich auch. Und da ging es dann ab wie die Luzie… Gleich früh konnte ich extrem schnelle Zeiten fahren in Most (40er zu Beginn ist für mich nicht gerade schlecht)… der nächste Fahrer nach mir hatte mehr als 2 Sekunden Rückstand. Wow. Das mit dem Reiti hat wohl wirklich richtig was gebracht. Dann nach dem Mittag ging es nochmal richtig vorwärts… 1:39.9! Bähm! Und da war ich dann so richtig happy. Endlich diese 40er-Schallmauer in Most geknackt.

 

Mehr als zufrieden freute ich mich nun auf die Rennen. Beim Start zum ersten Rennen kam ich nicht ganz so gut weg und musste an der ersten Schikane aufpassen, dass nichts passiert. Dabei stach von innen ein Ducati-Fahrer herein und brachte sein Bike aber nicht mehr ums Eck und machte sich direkt vor mir lang. Um den Fahrer nicht zu überrollen musste ich wieder in Kies ausweichen, dieses mal kippte mir das Motorrad um, als ich fast schon stand. So ein Mist. Motorrad aufgehoben und wieder losgefahren…dieses mal von ganz ganz hinten. So kämpfte ich mich durchs Feld, eine ordentliche Platzierung war aber nicht mehr drin. Ich habe bestimmt eine halbe Minute durch den Anfangszwischenfall verloren. Das holt man so schnell nicht wieder auf.

Das zweite Rennen lief dann wieder besser. Der Start klappte und ich reihte mich wieder hinter Basti #20 ein, der abermals richtig flott unterwegs war. Diesmal ist er mir aber nicht davon gefahren und ich konnte den sehr kurzen Abstand halten. Ich wartete auf eine Überholgelegenheit. Mein Laptimer zeigte mir auch wieder 39er Zeiten…es lief! Leider wurde das Rennen aufgrund eines Unfalls im hinteren Feld vorzeitig abgebrochen. So konnte ich ein finales Überholmanöver nicht mehr setzen.

Dennoch war ich mit der schnellsten Rennrunde unter den ersten dreien zufrieden und habe meine doch durchwachsene Saison ganz gut abgeschlossen. Kurz gesagt: Zäher Anfang, gutes Ende – und für 2017 habe ich auch schon ganz interessante Pläne…

Was genau, das gibt es dann später hier zu erfahren.